Tag: Chemnitz Revolte

  • Update: Neue junge Neonazis und die Gruppe “Chemnitz Revolte”

    Am 8. Januar 2025 haben wir einen Text zur “Chemnitz Revolte” und dem Phänomen der jungen Neonazis in Chemnitz veröffentlicht. In den letzten Monaten hat sich viel verändert, weswegen es hier ein Update geben soll.

    Der Niedergang der Chemnitz Revolte

    Chemnitz Revolte an der Spitze der Demonstration der "Freien Sachsen" am 18.01.2025 (Quelle: Johannes Grunert)
    Die Chemnitz Revolte an der Spitze der Demonstration der “Freien Sachsen” am 18.01.2025 (Quelle: Johannes Grunert)

    Am 18. Januar 2025 veranstalteten die “Freien Sachsen” eine gegen die Kulturhauptstadt-Eröffnung gerichtete Demonstration in der Chemnitzer Innenstadt. Besonders junge Rechte prägten das Außenbild der Demonstration, allen voran die “Chemnitz Revolte”, die mit ihrem eigenen Banner zeitweise die Spitze des Aufmarsches bildete. Die Freien Sachsen waren sichtlich bemüht, ihr eigenes Transparent vor den Block der jungen Chemnitzer Neonazis zu schieben. Stella Schmidt, die Anführerin der Chemnitz Revolte und Justin Elbel aus Gera gaben mit Megaphonen den Ton an. Die Berliner Kameradschaft “Deutsche Jugend Voran” (DJV) lief mit einem eigenen “Freiheit für Julian”-Banner mit. Julian Milz hatte sich als Anführer der “Deutsche Jugend Voran” (DJV) in Berlin und Brandenburg hervorgehoben und saß zu diesem Zeitpunkt in Untersuchungshaft. Der 18. Januar war der letzte Aufmarsch, zu dem die Chemnitz Revolte und ihr Umfeld in der Stadt erfolgreich mobilisieren konnten. Die Gruppe um Stella Schmidt verbuchte, trotz einer insgesamt niedrigen Teilnehmendenzahl und einer zwischenzeitlich erfolgreichen Blockade auf der Route, die Demonstration als vollen Erfolg.

    (more…)
  • “Alle in schwarz!” – Neue junge Neonazis und die Gruppe “Chemnitz Revolte”

    Die "Chemnitz Revolte" am 19.10.2024 auf einem Aufmarsch in Berlin (Quelle: Pressefuchs)
    Die “Chemnitz Revolte” am 19.10.2024 auf einem Aufmarsch in Berlin (Quelle: Pressefuchs)

    Im Sommer 2024 sorgten hunderte, meist sehr junge Neonazis mit ihrem Auftreten auf Demonstrationen gegen zahlreiche Christopher Street Days (CSDs) für Aufsehen. Vielen schien es, als kämen diese zuvor politisch noch nicht in Erscheinung getretenen Personen und Gruppen aus dem Nichts. Umso größer waren die Schlagzeilen, denn mit dem Auftreten dieser neuen rechten Generation zeigte sich eine besorgniserregende Entwicklung: Im Zuge der sächsischen Kommunalwahlen 2024 wurden Wahlkämpfer*innen angegriffen, u.a. der SPD-Politiker Matthias Ecke, im September griffen junge Neonazis, die von einem Protest gegen einen CSD kamen, brutal eine Frau in einem Linienbus an, im Dezember schlugen junge Männer aus Sachsen-Anhalt, die aus ebendieser Szene stammen, ein SPD-Wahlkampfteam in Berlin zusammen. In Görlitz kam es schließlich kurz vor Weihnachten zu einem Angriff u.a. auf Linken-Politiker*innen, der Anführer der sogenannten “Elblandrevolte” soll daran beteiligt gewesen sein.

    Bei den Landtagswahlen 2024 wählten 31% der 18-24-Jährigen in Sachsen die AfD, bei U18- und U16-Wahlen fiel die Zustimmung oftmals noch wesentlich höher aus. Junge Neonazis fallen in vielen sächsischen Städten im Stadtbild auf und scheinen die Jugendkultur zu dominieren. In Chemnitz bildete sich im Rahmen dieser Entwicklung die Gruppe “Chemnitz Revolte” heraus, die im Folgenden näher betrachtet wird.

    (more…)